Es ist ein seltsames Kreuz. Obwohl Sportvereine größtenteils aus jungen Menschen bestehen und von Natur aus überwiegend homogene Interessensgemeinschaften bilden, tut sich das hauseigene Fachpersonal mit den Begriffen “Marketing” oder “Kommunikation” häufig schwer, geht ihnen des Öfteren sogar gezielt aus dem Weg. Doch warum eigentlich? Und wie lässt sich das ändern?
Nichts im Leben ist umsonst. Ein beliebter Irrtum lautet, soziale Medien seien kostenlos. Die soziale Eigendynamik würde Prozesse in Gang setzen, die sich praktisch alleine weiterentwickeln – ein markeingtechnisches Perpetuum mobile. Und die paar Posts haut man doch sowieso abends zwischen den Trainings raus. Doch untergräbt eine solche Rechnung nicht nur die komplette Kommunikationsstrategie, sondern bringt auch rasch das Budget sowie das Arbeitspensum eines Vereins aus dem Gleichgewicht.
Corporate Blogs sind ein mittlerweile sehr beliebtes und besonders effektives Mittel für Unternehmen mit Ihren Zielgruppen auf einer persönlichen Ebene zu kommunizieren. Sportvereine können ein ebensolches Instrument nicht nur dafür nutzen, der Öffentlichkeit einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Ein Weblog kann helfen, Abteilungen zusammenwachsen zu lassen und Mitglieder für mehr Einsatz zu begeistern. Auch weitere Bezugsgruppen wie Sponsoren oder Partner werden so subtilere Eindrücke von der professionellen und engagierten Arbeit Ihres Vereines sammeln dürfen.
Facebook ermöglicht es mit einzelnen oder mehrstufigen Kampagnen für wenig Geld spezielle Bezugsgruppen anzusprechen. Werbung mit hoher Reichweite und geringen Streuverlusten, die auch Sportvereinen und Verbänden einiges bringen kann, aber nur, wenn man es richtig macht. Doch wieso, weshalb, warum und wie?
Virales Marketing ist ein strategisches Kommunikationsmittel, das die soziale Vernetzung innerhalb der breiten Öffentlichkeit voraussetzt und davon ausgeht, dass Menschen interessante Entdeckungen oder Eindrücke aus eigenen Stücken mit ihrer Umgebung teilen möchten. Auf diese Weise können Werbebotschaften für einen Bruchteil üblicher Kosten massiv gestreut werden. Sportvereine oder Verbände haben diesen Trend bislang aber verschlafen.
Altmeister Shaquille O’Neal ist mit seinen 216 cm (Schuhgröße 51) und satten 150 kg nicht nur ein Schwergewicht unter den Lowposts. Der legendäre NBA-Star bringt sich auch bei Twitter in Position wie kein anderer. Die folgenden Tweets sind der Grund, weshalb knapp 3,5 Millionen Follower Shaq die Treue halten. Kein anderer Sportler konnte mit seinem Gezwitscher bislang mehr Anhänger anziehen.
Obwohl die Geschichte eigentlich ein alter Hut ist, erhalte ich nahezu täglich Einladungen von Shops, Vereinen oder Veranstaltern, die unbedingt mit mir “befreundet” sein wollen. Ungeachtet der Tatsache, dass ich Bekanntschaften mit lebendigen Geschöpfen vorziehe, haben die Urheber jener Botschaften vermutlich immer noch nicht verstanden, weshalb ihr Projekt bei Facebook eine Seite und kein Profil benötigt. Hier also die unverblümte Wahrheit.
2012 möchte Real Madrid über facebook satte 20 Millionen Fans bedienen. Die neue Seite überzeugt nun endlich mit innovativen Elementen und bricht Rekorde im Bereich der Interaktion. W&V unterhielt sich mit Oscar Ugaz, dem Digital-Chef der Königlichen.
Ein wirksam gestaltetes Corporate Design kommt ohne eine gefühlvoll abgestimmte Farbwelt nicht aus. Die Reds, die Blues, der Ruhrpott in Schwarz-Gelb oder in Königsblau, München in Rot oder in Blau-Weiß. Farbe ist ein unverzichtbarer Primärreiz der Vereinsidentität. Doch spielen hierbei nicht nur die wesentlichen Hausfarben eine Rolle, sondern auch definierte Farbklimata, die jene Farbwelt im Vereinsalltag auf diversen Instrumenten allzwecktauglich einsetzen und transportieren lassen.
Eine eigene Website ins Leben zu rufen ist dank freien CMS-Lösungen wie WordPress mittlerweile kein allzu komplexes Unterfangen mehr. Blaq.de nimmt den Nutzer bei der Installation via YouTube an die Hand und zeigt ihm die ersten Schritte zum eigenen Blog, mit etwas Geschick und ästhetischem Empfinden sogar zu einer professionellen Vereinshomepage.
Konterpass ist ein Newsblog zum Thema Corporate Identity und soziale Medien im Sport für interessierte Vereine, Verbände, Veranstalter sowie auch Einzelsportler.
Jan Kratochvil absolvierte ein Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin. 2009 gründete er zusammen mit zwei Kollegen die Agentur Spreefabrik, die insbesondere auf dem Gebiet der Sportkommunikation erfolgreich unterwegs ist.