Es ist ein seltsames Kreuz. Obwohl Sportvereine größtenteils aus jungen Menschen bestehen und von Natur aus überwiegend homogene Interessensgemeinschaften bilden, tut sich das hauseigene Fachpersonal mit den Begriffen “Marketing” oder “Kommunikation” häufig schwer, geht ihnen des Öfteren sogar gezielt aus dem Weg. Doch warum eigentlich? Und wie lässt sich das ändern?
Corporate Blogs sind ein mittlerweile sehr beliebtes und besonders effektives Mittel für Unternehmen mit Ihren Zielgruppen auf einer persönlichen Ebene zu kommunizieren. Sportvereine können ein ebensolches Instrument nicht nur dafür nutzen, der Öffentlichkeit einen Blick hinter die Kulissen zu gewähren. Ein Weblog kann helfen, Abteilungen zusammenwachsen zu lassen und Mitglieder für mehr Einsatz zu begeistern. Auch weitere Bezugsgruppen wie Sponsoren oder Partner werden so subtilere Eindrücke von der professionellen und engagierten Arbeit Ihres Vereines sammeln dürfen.
Facebook ermöglicht es mit einzelnen oder mehrstufigen Kampagnen für wenig Geld spezielle Bezugsgruppen anzusprechen. Werbung mit hoher Reichweite und geringen Streuverlusten, die auch Sportvereinen und Verbänden einiges bringen kann, aber nur, wenn man es richtig macht. Doch wieso, weshalb, warum und wie?
Altmeister Shaquille O’Neal ist mit seinen 216 cm (Schuhgröße 51) und satten 150 kg nicht nur ein Schwergewicht unter den Lowposts. Der legendäre NBA-Star bringt sich auch bei Twitter in Position wie kein anderer. Die folgenden Tweets sind der Grund, weshalb knapp 3,5 Millionen Follower Shaq die Treue halten. Kein anderer Sportler konnte mit seinem Gezwitscher bislang mehr Anhänger anziehen.
Obwohl die Geschichte eigentlich ein alter Hut ist, erhalte ich nahezu täglich Einladungen von Shops, Vereinen oder Veranstaltern, die unbedingt mit mir “befreundet” sein wollen. Ungeachtet der Tatsache, dass ich Bekanntschaften mit lebendigen Geschöpfen vorziehe, haben die Urheber jener Botschaften vermutlich immer noch nicht verstanden, weshalb ihr Projekt bei Facebook eine Seite und kein Profil benötigt. Hier also die unverblümte Wahrheit.
Ein wirksam gestaltetes Corporate Design kommt ohne eine gefühlvoll abgestimmte Farbwelt nicht aus. Die Reds, die Blues, der Ruhrpott in Schwarz-Gelb oder in Königsblau, München in Rot oder in Blau-Weiß. Farbe ist ein unverzichtbarer Primärreiz der Vereinsidentität. Doch spielen hierbei nicht nur die wesentlichen Hausfarben eine Rolle, sondern auch definierte Farbklimata, die jene Farbwelt im Vereinsalltag auf diversen Instrumenten allzwecktauglich einsetzen und transportieren lassen.
Eine eigene Website ins Leben zu rufen ist dank freien CMS-Lösungen wie WordPress mittlerweile kein allzu komplexes Unterfangen mehr. Blaq.de nimmt den Nutzer bei der Installation via YouTube an die Hand und zeigt ihm die ersten Schritte zum eigenen Blog, mit etwas Geschick und ästhetischem Empfinden sogar zu einer professionellen Vereinshomepage.
Facebook ist in der berüchtigten Mitte der Gesellschaft angekommen und fester Bestandteil jeder soliden Unternehmenskommunikation. Häuptling Mark Zuckerberg plant nun sogar scheinbar die systematische Einverleibung des welkenden E-Mail-Verkehrs und damit den Angriff auf Google. Auch Sportvereine, Events, Verbände sowie Profisportler kommen langfristig am nun über 500 Mio. Nutzer fassenden Social-Media-Koloss nicht mehr vorbei. Mit einem stumpfen Pflichtprofil und zwei gekreuzten Fingern kommt man aber nicht mehr allzu weit. Für diesen Bedarf habe ich eine Auflistung von 13 goldenen Regeln aufgesetzt, die für eine gesunde Community hilfreich sein können.
Ein geschickt gestrickter Vereinsblog kann ein wichtiges und vor allem effektives Instrument insbesondere innerhalb eines größeren, mehrere Disziplinen übergreifenden Vereins darstellen. Es fördert auf einer persönlichen Ebene den internen Austausch und bietet kostbare Einblicke in die alltäglichen Herausforderungen und Erfolge sämtlicher beteiligter Abteilungen. Aber auch Veranstaltungen oder besondere Projekte erfahren auf diese Weise eine sinnvoll umgesetzte Kommunikation. Ich habe fünf besonders taugliche WordPress-Templates aufgelistet, die auch Eurem Sportverein, Event oder Turnier den Weg zum eigenen Blog erleichtern können.
In der Serie “Musterschüler” stelle ich Vereine vor, die im Bereich Corporate Identity oder soziale Medien für Inspiration sorgen können. Zum Auftakt machen wir uns das Leben besonders leicht. Obwohl Manchester City aufgrund diverser zweifelhafter Investitionen (500 Mio. Euro in vier Jahren und kein Titel) und seiner Will-ich-kauf-ich-Attitüde bei vielen Fans nur beschränkte Beliebtheit genießt, so beeindruckt der Verein auf dem Gebiet der Social Media in ganz besonderem Maße.
Konterpass ist ein Newsblog zum Thema Corporate Identity und soziale Medien im Sport für interessierte Vereine, Verbände, Veranstalter sowie auch Einzelsportler.
Jan Kratochvil absolvierte ein Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Freien Universität Berlin. 2009 gründete er zusammen mit zwei Kollegen die Agentur Spreefabrik, die insbesondere auf dem Gebiet der Sportkommunikation erfolgreich unterwegs ist.